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09.11.2007 - KREBSFORSCHUNG

Tumor wird ausgehungert

(jtu) Ein europäisches Forscherteam hat einen Antikörper entdeckt, der Krebstumore erfolgreich "aushungert", indem er das Wachstum der Blutgefäße verhindert, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen. Wie jede Art von Gewebe sind Krebstumore auf ein Netz von Blutgefäßen angewiesen, über das sie mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Bisherige Arzneimittel, die die Sprossung neuer Blutgefäße im Tumor unterbinden, beeinträchtigen auch Blutgefäße von gesundem Gewebe. Das führt zu nicht unerheblichem Nebenwirkungen, wie etwa Thrombosen, Bluthochdruck und Fehlgeburten. Außerdem entwickeln Tumore häufig eine Resistenz gegenüber diesen sogenannten VEGF-Hemmern, sodass deren Wirkung auf lange Sicht nachlässt.

In ihrer jüngsten Studie konzentrierten sich die Forscher unter anderem vom Flämischen Institut für Biotechnologie (VIB) auf das Molekül TB-403, einen Antikörper, der den plazentalen Wachstumsfaktor PlGF (Placental Growth Factor), ein weiteres Molekül, das die Bildung von Blutgefäßen anregt, unwirksam macht. Der Vorteil von PIGF ist, dass er im Gegensatz zum VEGF nicht in gesundem Gewebe vorkommt. Versuche an Mäusen ergaben, dass die Antikörper bei zahlreichen Krebsarten das Wachstum und die Streuung von Tumoren unterbinden, selbst bei Tumoren, die bereits eine Resistenz gegen VEGF-Hemmer entwickelt haben. Des Weiteren erhöht es die Wirksamkeit von Chemotherapie und macht Tumore für Anti-VEGF-Mittel empfänglicher. Was noch wichtiger ist: der PIGF-Hemmstoff weist keine der starken Nebenwirkungen von VEGF-Hemmern auf.

Da die Nebenwirkungen des PIGF-Hemmstoffs nicht so stark sind wie die des VEGF-Hemmers, sinkt der Sauerstoffwert im Tumor weniger drastisch ab, sodass dieser "Rettungsmechanismus" nicht ausgelöst wird. Nach Ansicht der Forscher bringt dieses neue Mittel besonders große Vorteile für Kinder, Schwangere und Patienten mit Thromboserisiko. Das Arzneimittel könnte eventuell auch zur Behandlung anderer Erkrankungen eingesetzt werden, die auf Wucherungen von Blutgefäßen zurückzuführen sind, etwa gewisse Formen von Blindheit.


Mehr im Internet:
Vlaams Interuniversitair Instituut voor Biotechnologie
Umprogrammierte Krebszellen, scienzz 14.08.2007
Vascular Endothelial Growth Factor - Wikipedia


 

 

 

 

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