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11.12.2007 - KREBSFORSCHUNG

Krebs nach Genpanne

(jtu) Forscher der Berliner Charité haben erstmals geklärt, weshalb das Protein Fhit bei vielen Krebserkrankungen eine große Rolle spielt. "Damit sind neue Therapiestrategien näher gerückt, wie man mit Hilfe dieses Proteins das krebsartige Wachstum von Zellen hemmen könnte", erklärt der Leiter der Studie, Prof. Otmar Huber vom Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie.

Normalerweise funktioniert das Gen Fhit als Tumorsuppressor. Es unterdrückt also Krebserkrankungen. Schon länger war es als Schwachstelle im Erbgut bekannt. Zellbiologische Untersuchungen brachten ans Licht, dass dieses Gen bei bis zu 60 Prozent der Patienten mit Leberkrebs und ebenso vielen Patienten mit Speiseröhrentumoren zerstört ist. Auch bei Lungen-, Darm-, Gebärmutter- und Brustkrebs spielt es häufig eine Rolle. "Das Gen reagiert extrem empfindlich auf krebsauslösende Umweltfaktoren wie Nikotin", sagt Prof. Huber.

Das Gen Fhit enthält die Erbinformation für das gleichnamige Eiweiß. Dieses Protein ist in der Lage, mit Beta-Catenin, einem für den Zellaufbau zentralen Molekül, zusammen zu wirken. Fhit steuert Beta-Catenin so, dass die Herstellung einer Vielzahl von Proteinen gehemmt wird, die zu unkontrolliertem Zellwachstum führen. "Wenn Fhit nicht mehr funktioniert, entstehen gerade diese Eiweiße in großen Mengen", erklärt Huber. "Dann wachsen die Zellen verstärkt und das führt häufig zu einem Tumor."

Durch Einbringen eines gesunden Fhit-Gens in Krebszellen ist es der Forschergruppe gelungen, die Produktion dieser Proteine zu hemmen und das für Tumorzellen typische unkontrollierte Wachstum zu verringern. Dabei schalten die entarteten Zellen dann ein Programm ein, das sie absterben lässt. "Hier liegt der Hoffnungsschimmer", meint Prof. Huber. "Wenn diese Strategie beim Menschen auch funktioniert, könnte man in Zukunft in bestimmten Fällen das Tumorwachstum verhindern oder zumindest hemmen." Doch ein Allheilmittel gegen Krebs sei auch das nicht, warnt er. "Es gibt viele Genmutationen, die zu Tumoren führen können. Fhit ist längst nicht in allen Fällen beteiligt."


Mehr im Internet:
Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie, Charité
Prof. Ottmar Huber
Im Auswurf lesen, scienzz 22.01.2007


 

 

 

 

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