Berlin, den 04.07.2008 Link Home Link Ticker Link Magazin Link Galerie Link Impressum
ticker
aktuell
die woche
leute
kommentar
archiv
Suche
Go 
Copyright by scienzz.
All rights reserved.
archiv

21.04.2008 - ORNITHOLOGIE

Zerstückelter Lebensraum

(sp/cb/mpg) Die Anzahl der Auerhühner im Schwarzwald hat durch die Zerstörung von geeignetem Lebensraum in den letzten Jahrzehnten rapide abgenommen. Auerhühner haben spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum und kommen daher nur noch in einzelnen, isolierten Waldfragmenten vor. Gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ca. 4.000 Männchen, so ist deren Zahl in den 1980er-Jahren auf 500 und bis 2003 sogar auf nur noch ca. 250 Männchen gesunken. Die durchschnittliche Populationsgröße im Schwarzwald wird zurzeit auf ein Tier pro Quadratkilometer geschätzt. So ein dramatischer Populationsrückgang sollte auf lange Sicht Auswirkungen auf die genetische Struktur der Tiere haben.

In einer fragmentierten Landschaft ist nicht nur die Populationsgröße, sondern auch der genetische Austausch zwischen Tieren aus unterschiedlichen Gegenden wichtig für den Erhalt einer Population. "Die Auerhühner des Schwarzwalds sind mindestens 50 Kilometer getrennt von den Populationen in den Vogesen und den Alpen", sagt Gernot Segelbacher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie, Vogelwarte Radolfzell, der das Problem gemeinsam mit Kollegen von der Universität Tübingen und der Université Joseph Fourier im französischen Grenoble bearbeitet hat.

Da die Tiere sich nicht weiter als zwei bis maximal zehn Kilometer von ihrem Geburtsort entfernen, findet mit Sicherheit keine Durchmischung mit diesen Populationen statt. Und auch innerhalb der Schwarzwaldpopulation dürfte der Austausch von Genen zunehmend eingeschränkt sein, da der Lebensraum der Auerhühner durch Agrar- und Infrastrukturflächen immer mehr zerstückelt wird. Für die Vögel sind das schwer zu überwindende Barrieren.Um herauszufinden, ob der Austausch von Genen durch Habitatsfragmentierung begrenzt wird, haben die Forscher die genetischen Unterschiede zwischen räumlich getrennten Populationen untersucht. Findet ein Austausch statt, so sollten die genetischen Unterschiede gering sein.

Doch tatsächlich wiesen die untersuchten Populationen signifikante genetische Unterschiede auf. Diese könnten natürlich auch durch einen historisch eingeschränkten Genfluss bedingt sein. Um das auszuschließen, nahmen die Forscher zusätzlich Proben von Schwarzwälder Auerhuhn-Trophäen aus dem Zeitraum von 1852-1972. Das Ergebnis: Die genetischen Distanzen zwischen den historischen Proben waren gering. "Das ist ein Hinweis dafür, dass die Auerhühner früher einen regen genetischen Austausch hatten", so Segelbacher. "Die momentane genetische Struktur der Vogelpopulationen wurde also durch die Zerstückelung ihres Lebensraumes in jüngerer Zeit hervorgerufen."

Die genetischen Unterschiede sind demnach größer. Doch die genetische Vielfalt innerhalb der Populationen hat gleichzeitig abgenommen. Auch das konnten die Forscher mit ihren Untersuchungen an den Jagdtrophäen belegen, deren Vielfalt tatsächlich größer war. "Allerdings ist die Abnahme in der genetischen Vielfalt bei den heute lebenden Individuen nicht so groß, wie wir aufgrund des drastischen Einbruchs der Populationsgröße erwartet hätten", so der Ornithologe. Trotzdem - mit einem weiteren Verlust an genetischer Vielfalt muss angesichts der ökologischen Rahmenbedingungen wohl gerechnet werden.


Mehr im Internet:
Max-Planck-Institut für Ornithologie
Auerhuhn - Wikipedia



 

 

 

 

 <<< 

Artikel versenden

Druckversion

 >>> 
kurz gemeldet

Wassermelonen können dieselbe Wirkung haben wie das Potenzmittel Viagra, entdeckten Forscher am Texas A&M's Fruit and Vegetable Improvement Center. Der Wirkstoff Citrullin unterstützt die Erweiterung der Blutgefäße.

Forscher der University of Califor- nia haben ein Enzym gefunden, mit dem sich beim Japankäfer ein bestimmter Geruchsstoff ausschalten lässt. Damit könnte der Schädling, der in den USA jährlich Kosten von 450 Milllionen Dollar verursacht, schachmatt gesetzt werden.

Unser Sonnensystem ist nicht prä- zise rund, sondern asymmetrisch zerdellt, das lesen amerikanische Astrophysiker aus neuen Daten der Voyager-Sonden.

wissenswert

12.04.2007 - KLIMAPOLITIK

Al Gore:
new thinking on the climate crisis

In Al Gore's brand-new slideshow, he presents evidence that the pace of climate change may be even worse than scientists were recently predicting, and challenges us to act with a sense of "generational mission" - the kind of feeling that brought forth the civil rights movement - to set it right. > mehr 

 kurz gemeldet 

Der amerikanische Soziologe Ri- chard Sennett erhält den Gerda-Henkel-Preis. Die Stiftung würdigte den 1943 geborenen Sennett als "Kulturkritiker ohne larmoyanten Kulturpessimismus".

Die Gefahr, sich einen Sonnenbrand zu holen, kann bei Bewölkung größer sein als bei blauem Himmel, so das Ergebnis von Studien Kieler Forscher am Strand von Sylt.

Für das massenhafte Auftreten von Ohrenquallen in der Kieler Förde haben die Meeresbiologen bislang keine Erklärung gefunden. Für Badegäst besteht jedoch keine Gefahr, Ohrenquallen gelten als harmlos. 

Zwei Drittel der Pinguinarten seien vom Aussterben bedroht, warnen Forscher der Universität von Washington. Unter anderem würden den Tieren durch Ölteppiche die Lebensgrundlagen entzogen.

Kenyanische Universitäten wollen mit den traditionellen Regenmachern der Stämme kooperieren. Das alte System der Wetterprognose lasse sich in die moderne Wissenschaft westlicher Prägung integrieren, sagte ein Sprecher des Instituts für Klimavorhersage.

Aus Silizium hat ein internationales Wissenschaftlerteam die bislang rundesten Kugeln der Welt geschaffen. Ziel der Übung ist es, das Kilogramm neu zu definieren, und zwar durch Abzählen aller Atome einer idealen Kugel. Das Urkilogramm in Paris verliert, wie Wissenschaftler beunruhigt festgestellt haben, an Gewicht. 

Muskeln erholen sich schneller von Belastungen, wenn nach dem Training fünf bis sechs Tassen Kaffee konsumiert werden, das wollen Forscher vom Royal Melbourne Institute of Technology in Bundoora nachgewiesen haben.

Seit 1996 ist die Sterblichkeitsrate in den ersten fünf Jahren nach einer HIV-Infektion um 94 Prozent zurückgegangen, fanden Wissenschaftler eines klinischen Forschungsinstituts in London heraus. Damit liegt bei HIV-Patienten in den ersten fünf Jahren die Sterblichkeit nicht sehr viel höher als bei Nichtinfizierten. 

Teenager orientieren sich bei der Suche nach der Idealfigur weniger als allgemein angenommen an Stars und Promis, zeigt eine Studie an den Universitäten Washington DC und Miami. Wichtigster Maßstab seien Gleichaltrige, vor allem die besten Freundinnen.

Die giftigen Aga-Kröten machen in Australien den Krokodilen den Garaus, klagen Umweltschützer. Die Riesen- kröten waren 1935 eingeführt worden, um die Larven der Käfers Lepidoderma albohirtum, die das Zuckerrohr schädigen, auf "natürlichem" Weg zu reduzieren. Da den Krokodilen ein Instinkt fehlt, der sie vor dem Gift warnt, stehen die Kröten auf ihrer Speiseliste. Seit 2005 soll ihr Bestand in manchen Regionen um drei Viertel zurückgegangen sein.

scienzz dossiers

Rund um Weihnachten > mehr

Kulturgeschichte > mehr

Vogelgrippe > mehr

CASSINI-Mission > mehr

Nobelpreise 2006 > mehr

Geklonte Vierbeiner > mehr

RFID-Technologie > mehr

scienzz-partner

... LEUTE in scienzz

15.04.2008 - AUSZEICHNUNGEN

Prototypischer Kommunikator

Berliner Mathematiker Günter Ziegler erhält den diesjährigen Communicator-Preis von DFG und Stifterverband. > mehr


wissenswert


Die CO2-Bilanz für jedermann

Mit einem Klick zum CO2-Rechner der Hoch-
schule Pforzheim 


 Anzeigen